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Das krisenfeste Klassenzimmer

Die durch die Coronakrise verursachte Schließung der Schulen hat gezeigt, dass das baden-württembergische Bildungssystem weder krisenfest noch zukunftssicher ist. Nachdem die Kultusministerin angekündigt hat, dass auch nach den Sommerferien wohl kein geordneter Schulbetrieb zu erwarten ist, müssen die nächsten drei Monate dringend genutzt werden, um den Schulleitungen und den Lehrkräften die bisher fehlende Planungssicherheit und mehr Unterstützung für die Herausforderungen zu geben. Die Schulen stehen vor völlig neuen Aufgaben, auf die sie nicht vorbereitet sind. Die Kombination aus Präsenz- und Distanzlernen ist kaum geübte Praxis. Trotzdem gibt es hervorragende Beispiele aus der täglichen Arbeit der Lehrkräfte, die sich intensiv und engagiert um die ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler kümmern. Diese Best-Practice-Beispiele gilt es zu nutzen und zu multiplizieren. Hier erwartet die SPD ein besseres Krisenmanagement des neugegründeten Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL), das bisher seiner Aufgabe in diesem Bereich kaum nachkommt. Eltern brauchen Entlastung im Alltag, Schülerinnen und Schüler verlangen zurecht nach mehr als Notkursen in den Hauptfächern zur Vorbereitung auf Prüfungen. Es geht um nichts weniger als ihren Anspruch auf Bildung.

Die gegenwärtige Krise wird zu gravierenden Folgen im Bildungsfortschritt und in der sozialen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen führen. Wir müssen die Schülerinnen und Schüler wieder auf einen gemeinsamen Lernstand bringen und durch Schulsozialarbeit flankieren. Wir brauchen eine Strategie für guten Unterricht sowohl in der aktuellen Fernunterrichtssituation als auch für den Fall einer zweiten Infektionswelle. In jedem Fall brauchen wir eine deutlich verbesserte Ausstattung unserer Schulen. Es muss deshalb Schluss sein mit einer Politik des Kultusministeriums, die alle lange im Unklaren lässt und dann mit wenigen Tagen Vorlauf unausgereifte und nicht abgesprochene Vorgaben macht. Es muss auch damit Schluss sein, dass die Schulen zuerst durch Pressemitteilungen und Radiointerviews von anstehenden Veränderungen erfahren.

Es muss in den nächsten drei Monaten also darum gehen, die Schulen kurzfristig auf das kommende Schuljahr vorzubereiten. Wir brauchen JETZT ein Konzept für das nächste Schuljahr! Das Schuljahr 2019/20 ist faktisch mit vielen offenen Fragen auf der Zielgeraden. Alle Maßnahmen müssen aber gleichzeitig unter dem Postulat der Zukunftsfähigkeit von Schule stehen. Aus der Krise lernen für die Zukunft der Bildung – das muss Anspruch baden-württembergischer Bildungspolitik sein.

Das gesamte Positionspapier finden Sie unter:

https://www.spd-landtag-bw.de/wp-content/uploads/Positionspapier-Das-krisenfeste-Klassenzimmer-1.pdf

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