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Rainer Hinderer und Reinhold Gall 

 
 
  • Wahlkreisbüro

Kultusministerin bereit, Länder massiv einzuschränken

Der bildungspolitische Sprecher und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Dr. Stefan Fulst-Blei kommentiert die Forderung der baden-württembergischen Kultusministerin nach einem zentralen Abitur:


„Die Vergleichbarkeit der Abschlüsse ist wichtig, das Zentralabitur aber nicht das einzige Mittel. Die Forderung von Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann verwundert, da sie sich zusammen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor wenigen Monaten noch als Retterin des Bildungsföderalismus inszenierte, als unsere Schulen auf die Gelder des Digitalpaktes warteten. Als neue CDU-Spitzenkandidatin durchlebt Eisenmann aktuell wohl einen Sinneswandel. Nun scheint sie bereit, die Gestaltungsfreiheit der Länder über die Bildungspläne massiv einzuschränken. Denn zentrale Prüfungen würden dann maßgeblich auch die Lerninhalte bestimmen. Bei allen Machtgelüsten ist an dieser Stelle jedoch Vorsicht geboten: die föderale Struktur, insbesondere mit Blick auf die inhaltliche Ausgestaltung der Lehrpläne, hat ihre Gründe und sollte nicht leichtfertig über Bord geworfen werden. Eine Annäherung der Bundesländer ist zu begrüßen und Teil dessen, was die Kultusministerkonferenz und der Nationale Bildungsrat weiterhin angehen müssen. Von Schnellschüssen sollte abgesehen werden, denn so einfach, wie es klingt, ist die Umsetzung nicht: Die Schuljahre beginnen in den Bundesländern versetzt und in Baden-Württemberg mit September sehr spät, sodass bei einem zentralen Prüfungstag unsere Schülerinnen und Schüler weniger Vorbereitungszeit hätten als andere. Die Pannenanfälligkeit würde ebenfalls steigen.“

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