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Ministerin Eisenmann und ihr Umgang mit ihren Lehrkräften

Die Frage des Umgangs der Ministerin mit ihrem Lehrpersonal war am 4. April Thema einer aktuellen Debatte im Landtag und wurde von der SPD umfassend thematisiert.

Egal auf welcher bildungspolitischen Veranstaltung, bei welchen Gastgebern man sich derzeit als Bildungspolitiker befindet: Beim Thema mangelnde Wertschätzung und insbesondere dem ruppigen Führungsstil der Ministerin gerät der Raum in Wallung. Viele Lehrkräfte fühlen sich in ihren Belangen weder ausreichend ernst genommen, noch glauben sie, dass sich ihre Ministerin ernsthaft um Abhilfe bemüht. An Ankündigungen fehlt es dabei nicht, nur folgt auf diese entweder nichts, zu wenig oder es geht nur schleppend voran.

An drei wichtigen Projekten des Kultusministeriums lässt sich dieser schlechte Umgang deutlich belegen.


Horizontaler Laufbahnwechsel

Betroffen sind laut GEW rund 500 Lehrkräfte aus der Weiterqualifizierungsgruppe 3, Zielschulart Gemeinschaftsschule, die ihre Qualifizierung 2017 begonnen haben und zum 1. August 2019 hätten befördert werden sollen. Stattdessen strebt das Land laut Brief des MD Föll an, die Betroffenen nun zum 1. Januar 2020 zu befördern. In diesen fünf Monaten Verzug von August bis Januar entgehen den Lehrkräften insgesamt 2.330 Euro pro Person (465 Euro Differenz zwischen A12 und A13, Stufe 6).

Dabei hat das Kultusministerium durchaus daran gedacht, entsprechende Stellen zu schaffen. An SBBZ und Realschulen ist das Geld dafür vorhanden, an den GMS fehlt es aber.

Nun schieben sich Grüne und CDU gegenseitig den schwarzen Peter zu. Eine Version lautet, das Kultusministerium habe gleich zu wenig Stellen beantragt. Die andere Version besagt, das Finanzministerium hätte nur die Hälfte der geforderten Stellen genehmigt und das Kultusministerium sich nicht weiter bemüht. Im Ergebnis ist es für die Betroffenen egal.


Stärkung der Schulleitungen

Seit Anfang der Legislatur in Aussicht gestellt und im September 2018 dann öffentlichkeitswirksam vermarktet, findet das Konzept zur Stärkung von Schulleitungen bislang keine Umsetzung. Doch das Vorhaben weist erhebliche Mängel auf:

Keine Differenzierung zwischen Ganztagsschule und Halbtagsschule, Keine Lösung für kleine Schulstandorte, Verschiebung wichtiger Maßnahmen um Jahre und das völlig ohne Grund.

Schon in diesem Schuljahr waren über 200 Leitungsstellen nicht besetzt. Nun zeigt die Umfrage des VBE, dass die Schulleitungen sich allein gelassen fühlen. Unter anderem, weil sie die Unterrichtsversorgung retten sollen, während die Ministerin lieber auf vermeintliche Versäumnisse aus der Vergangenheit verweist, statt anzupacken.


Mangelhafte Unterrichtsversorgung

Angesichts der Tatsache, dass Frau Dr. Eisenmann seit Amtsantritt jedes Jahr über 2.000 Gymnasialehrkräfte auf der Straße hat sitzen lassen und es auch dieses Jahr nicht viel besser wird, ist das der blanke Hohn. Die Ministerin selbst hat im Haushalt 2017 noch über 1000 Stellen gestrichen. Diese fehlen ihr nun, sonst hätte sie die Krankheitsreserve schon längst mit Gymnasiallehrkräften aufgestockt oder die Unterrichtsversorgung (Zielgröße für die SPD ist 106 Prozent) an der Schulart verbessert.

Diese drei Problemfelder hinterlassen bei den Lehrkräften großen Frust – und wer die Ministerin kritisiert, wird sofort verbal ruhig gestellt. Schulleitungen mit berechtigten Bedenken zur Datenschutzgrundverordnung kriegen einen Eintrag in die Personalakte, bei kritischen Fragen auf den „Klassentreffen“-Veranstaltungen wird direkt die verbale Keule ausgeholt und wer beim Qualitätskonzept mitarbeiten musste, hat direkt den Mund verboten bekommen.

All diese Entwicklungen sorgen dafür, dass sich Lehrer, Eltern und Schüler nicht mehr wertgeschätzt fühlen. Es wird also höchste Zeit, dass sich im Umgangston zwischen Kultusministerium und Schulen etwas nachhaltig ändert.

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